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Gipfelkreuz der Hohen Fürlegg mit Gr. Bettelwurf
Gipfelkreuz der Hohen Fürlegg mit Gr. Bettelwurf

Das Landschaftsschutzgebiet Vorberg ist Bestandteil des Naturparks Karwendel und liegt am Südrand dieses Gebirges, an den östlichen Ausläufern der Halltalkette und Vomperbergkette zwischen Absam und Schwaz.

Kurzsteckbrief

Fläche:
24,5 km²
Standort:
Absam, Gnadenwald, Terfens, Vomp (Innsbruck-Land, Schwaz)
Seehöhe:
630 - 2726 m (Großer Bettelwurf)

Landschaftsschutzgebiet seit 1989

Landschaftsausstattung:

Im Gebiet sind vielfältige Oberflächenformen ausgeprägt:

  • Schroffe Felsen und markante Wandbildungen (Südwände des Bettelwurfes, der Fürleg und des Hundskopfes)
  • Schutthalden und Hangschuttsedimente (Fallbachkar, Reißen unter dem Hundskopf)
  • muldenartige Verflachungen mit Almen
  • Klammen mit Wasserfällen (Fallbach-Wasserfall, Schlucht des Vomperloches)
  • Erosionskehlen mit Höhlen und Gufeln
  • Markante Trockenbachbette (Fallbach, Mitterreiße, Urschenbach).
  • Zahlreiche Bäche entwässern das Gebiet: z.B. Weißenbach im Halltal, Vomperbach, Klammbach (Unterberg- und Larchbergklamm), sowie etliche nicht ganzjährig wasserführende Bäche.

Gipfel:

  • Großer Bettelwurf (2726 m)
  • Hundskopf (2243 m)
  • Mittagspitze (2332 m)

Erreichbarkeit:

Zahlreiche Wanderwege und Steige, Waldlehrpfad östlich von St. Martin. Mautstraße ins Halltal westlich des Schutzgebietes sowie zur Hinterhornalm.

Hütten, Berggasthäuser und Almen:

  • Alpensöhnehütte (1380 m)
  • Hinterhornalm (1522 m)
  • Walder Alm (1511 m)

Besonders bemerkenswerte Lebensgemeinschaften / Lebensräume:

  • Kalk-Hangniedermoor Usterberg: artenreich, Orchideen
  • Fichten-Tannen-Steilhangbestockung nordöstlich der Schäferhütte (1300-1400 m): Naturwaldzelle in extremer Steilhanglage.
  • Fallbach-Wasserfall mit Eiben und Hirschzunge: Kaskadenartiger Absturz des Fallbaches über 200 m mit steil emporragenden Felswänden und abwechslungsreichem Umfeld, das von Trockenrasen und steilen Hangwäldern gebildet wird.
  • Eibe (Taxus baccata), Farn: Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium)
  • Kiefernwald am Schuttfächer des Fall-bzw. Urschenbaches (800-900 m): Natürlicher Krüppelkiefernwald.
  • Fichten-Tannenaltbestände mit Buche bei der Wandl-Alm (1230-1440 m): Mächtige Fichten und Tannen.
  • Kalkniedermoore Walderalm (1500 m): Davallseggen-Quellmoore mit Wollgras (Eriophorum latifolium) und Orchideen
  • Großseggenried-Nasswiesenkomplex Walderalm (1500 m): Rispenseggenried. Im Frühling weißes Blütenmeer des Eisenhutblättrigen Hahnenfußes (Ranunculus aconitifolius)
  • Teich mit Verlandungszone auf der Walderalm (1500 m): Teich mit Großseggengürtel mit vielen Orchideen, Laichplatz für gefährdete Amphibien
  • Vomperloch-Eingang: vom Talboden der Schlucht (630-750 m) ragen steile Felswände hinauf. Hohe Biotopvielfalt mit Steilhang-Eiben-Buchenwald, Kiefernwald, Fichten-Tannen-Buchenwald, Alpenrosen-Legföhren-Gebüsch und Felswandvegetation. Großer landschaftlicher Reiz. Hohes Vorkommen von Immergrün (Vinca minor), zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten, besonders erwähnenswert Mauerläufer.
  • Biotopkomplex Mahdgraben (900-1900 m) vom Alpsteig bis zum Vomperjöchl: steile Gräben mit Fichtenwald, Fichten-Lärchenwald, Föhren-Fichtenwald und oben Latschengebüsch. Seltene Pflanzen, z.B. Türkenbund (Lilium martagon), Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), besonders erwähnenswert Vorkommen von Steinadler und Uhu.