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Schmetterling Fließer Sonnenhänge

Die Trockenrasengesellschaft im Schutzgebiet Fließer Sonnenhänge stellt aufgrund der einzigartigen Steppenvegetation, mit seltenen wärmebedürftigen Arten, eine botanische Besonderheit dar. Über 1.300 Schmetterlingsarten konnten hier seit den 1970er Jahren nachgewiesen werden!

Kurzsteckbrief

Fläche:
118,7 ha
Standort:
Fließ (Landeck)

Naturschutzgebiet seit 2001
Natura 2000 Gebiet seit 2004

Lage

Die steilen Trockenhänge, in einem etwa 8 km langen schmalen Gürtel entlang des Inns zwischen dem Ortsteil Eichholz (westlich von Fließ) und der Pontlatzer Brücke, bilden eine Landschaft mit Trockenrasen und Buschwerk. Die Gemeinde Fließ ist Teil des Naturparks Kaunergrat und somit sehr gut geeignet für Wanderungen, Spaziergänge und Bergtouren. Im April 2004 wurden die Fließer Sonnenhänge als Natura 2000 Gebiet an die Europäische Kommission nachgemeldet (nach der Habitat-Richtlinie).

Landschaftsausstattung:

Die außergewöhnliche Trockenheit der Hänge rund um Fließ ist dem inneralpinen Klima und der Föhnlage mit geringem Niederschlag geschuldet und gilt als einmalige Erscheinung nördlich des Alpenhauptkamms. Verstärkt wird sie durch die Südexposition der Hänge mit starker Sonneneinstrahlung und den daraus resultierenden hohen Bodentemperaturen. Bereits im Mittelalter entstand bei den Fließer Sonnenhängen der größte Trockenrasenkomplex Tirols, als die trockenen Föhrenwälder bei Fließ, Kauns, Kaunerberg und Faggen gerodet wurden.

Flora und Fauna:

Trockenrasen, Felsbänder, Strauch- und Waldinseln sowie verwachsene Lesesteinmauern bilden einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche wärmeliebende Pflanzen und Tiere. Die wertvollen Trockenrasengesellschaften enthalten u.a. Esparsetten-Tragant, Sternhaariges Frühlings-Fingerkraut, Rispenflockenblume, Steppen-Schillergras, Wermutkraut, Feld-Beifuß, Hügel-Meier und andere wärmebedürftige Pflanzen. Ein häufiger Begleiter der Trockenrasen ist der Sanddorn, der immer wieder zu dichten Gestrüppen zusammentritt. Der typische Heckenverein ist aber ein rosenreicher Berberitzen-Busch, der mehrere seltene Rosenarten beherbergt. Begleitende Kräuterarten sind zu einem Großteil Hochstauden (z.B. Steife Rauke); auf aufgelassenen Äckern, Hanganrissen und dergleichen stockt als Pioniervegetation eine Quecken-Wermutflur mit reichlich Artemisien (z.B. Wermut, Beifuß).

Aufgrund des kontinentalen Klimas, mit großer Trockenheit und hohen Sommertemperaturen, sowie der einzigartigen Vegetation in Fließ kommt eine außerordentliche Vielfalt der Insektenwelt mit zahlreichen tiergeographisch äußerst bemerkenswerten Arten vor.

Von den bis 1976 in Nordtirol registrierten 1138 Großschmetterlingsarten konnten 830 in Fließ nachgewiesen werden, das sind ca. ¾ aller aus Nordtirol gemeldeten Arten. Zusammen mit den Kleinschmetterlingen wurden bisher in Fließ über 1200 Schmetterlingsarten gefunden. Sieben Arten haben hier ihr einziges Vorkommen in Österreich, zwei in ganz Mitteleuropa.