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| Lage: Das Naturschutzgebiet liegt am Ostabfall der Allgäuer Alpen im Nordwesten Tirols (Außerfern). Es umfasst neben dem Vilsalpsee und dem darüber liegenden Traualpsee eine weitgehend unberührte Berglandschaft mit schroffen Kalkfelsen, Gipfeln und Graten. |
Größe: 18,2 km2, Seehöhe: 1160 – 2274m, unter Schutz seit 1957, liegt im Gebiet der Gemeinden Tannheim und Weißenbach, Bezirk Reutte. |
Erreichbarkeit: Um in das Naturschutzgebiet Vilsalpsee zu gelangen, fährt man von Weißenbach am Lech über den Gaichtpass nach Tannheim (Tannheimertal). Von Deutschland ist das Gebiet über Oberjoch oder Pfronten her erreichbar.
Von Tannheim führt eine Straße nach Süden bis zum Parkplatz und den zwei Gastronomiebetrieben an der Nordspitze des Vilsalpsees. Für Privatautos ist die Zufahrt nur bis 10:00 vormittags und ab 17:00 nachmittags gestattet. Tagsüber verkehren Pendelbusse sowie Pferdekutschen von Tannheim zum See. Diese reizvolle Strecke ist auch leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Um Höhe zu gewinnen, kann man auch bequem mit der Vogelhornbahn von Tannheim auf das Neunerköpfle fahren. Von dort wandert man über die Strindenscharte und Gappenfeldscharte zur Landsberger Hütte.
Landschaftsausstattung:
- Im Schutzgebiet liegen mehrere Seen in verschiedenen Höhenstufen: der Vilsalpsee (1165 m), der Traualpsee (1630 m), die Lache (1770 m) und der Alplsee (1600 m).
- Der Talboden um den Vilsalpsee wird als Mahdwiese oder Almweide genutzt. Die angrenzenden Hänge sind mit Bergfichtenwald bedeckt. Bemerkenswert ist der Talschluss südlich der Vilsalpe, der sog. Bärgaicht (Bergaicht) mit steilen Kalkwänden, Fichen-Block-Urwald und dem gewaltigen Wasserfall.
- Südlich vom Vilsalpsee ist das Gelände stufenförmig gegliedert. Flache Kare wechseln mit steilen Karschwellen ab.
- Darüber liegt alpines Gelände mit zahlreichen schroffen Gipfeln aus Dolomit, die das Schutzgebiet umrahmen: Schochenspitze (2069 m), Leilachspitze (2274 m), Krottenköpfe, Lachenspitze (2126 m), Steinkarspitze (2015 m), Kastenkopf (2135 m), Kugelhorn (2126 m), Rauhhorn (2241 m) und Gaishorn (2247 m). Der Traualpsee wird im Westen von der Roten Spitze (2130 m) und dem Geierköpfle (1672 m) überragt. Zwischen den nach Norden steil abfallenden Kalkfelsen erstrecken sich flachere Hänge mit blumenreichen Matten.
- Gappenfelder Notländ: Dieses hochgelegene Kar am Fuß der Lachenspitze, der Krottenköpfe und der Leilachspitze bildet den Talschluss des Birkentales. Hier entspringt der Weißenbach, der zum Lech hin entwässert.
Lebewelt:Um den Vilsalpsee fallen die bunten Mahdwiesen und Almweiden auf. Zwischen Vilsalpsee und Traualpsee erstreckt sich ein steiles Felsengelände, das im unteren Bereich mit Fichtenwald und darüber mit Latschen, Grünerlen, Birken und Zwergsträuchern bewachsen ist. In der Karschwelle über dem Traualpsee und im Gappenfelder Notländ stehen Zirben. Sie bilden das nördlichste Vorkommen in den Kalkalpen und damit das nördlichste Vorkommen in Tirol. Die alpinen Rasengesellschaften oberhalb der Waldgrenze sind besonders blumenreich. Man findet hier viele geschützte Arten wie Orchideen, Edelweiß, Alpenaster, Steinbrech, Enzian und Arnika.
Wie in den meisten alpinen Hochlagen Tirols findet man auch im Naturschutzgebiet Vilsalpsee charakteristische Alpentiere. Murmeltiere und Gämsen können mit etwas Geduld aus nächster Nähe beobachtet werden. Im Sommer kommen Rothirsche bis zur Vilsalpe. Der schwarze Alpensalamander („Tattermandl“) ist bei trübem Wetter auch tagsüber aktiv.
Ein besonderes Augenmerk im Schutzgebiet gilt der Vogelwelt. In der alpinen Stufe kann man Schneehuhn, Schneefink, Alpenbraunelle, Birkhuhn, Steinschmätzer, Hausrotschwanz und Turmfalke antreffen. Auf den Almweiden ist er Bergpieper auffällig. In den zirbenbewachsenen Karstufen bei der Landsberger Hütte sowie in den darunter liegenden Latschenfeldern und Gehölzgruppen leben unter anderem Hänfling, Birkenzeisig, Zitronengirlitz, Fichtenkreuzschnabel sowie die Ringdrossel.
Kontakt:
Schutzgebietsbetreuung Mag. Christina Moser
Büro TVB Tannheimertal
6675 Tannheim
Tel.: 0676/88 508 7887
eMail: vilsalpsee@tiroler-schutzgebiete.at
Quellen:
FARASIN, K. (1993): Die Naturschutzgebiete Österreichs. Band 3 - Tirol, Vorarlberg. Monographien Bd. 38C. Umweltbundesamt Wien.
SCHAUER, Th. (1978): Die Vegetation des Vilsalpsees und der Traualpseen bei Tannheim in Tirol. - Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt, 45: 103-122.
