Sonderschutzgebiete » Kranebitter Innauen

Die Kranebitter Innau ist eines der letzten größeren naturnahen Auwaldgebiete im Inntal und ist besonders gekennzeichnet durch seine äußerst artenreiche und schützenswerte Vogelwelt.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 18,3 ha

Standort: Kranebitten (Innsbruck)

Sonderschutzgebiet seit 2005

Lage:

Das Schutzgebiet erstreckt sich entlang des nördlichen Innufers vom Kranebitter Bach bis zur Gemeindegrenze von Innsbruck. Rechts vom Kranebitter Bach führt ein steiler Zugang zur Au, ein anderer Weg führt dem Hang entlang zur so genannten „Rimmlwiese“ und einem Weg entlang des Innufers. Zum Schutze der Vogelwelt herrscht von 1. Februar bis 1. Juli ein Betretungsverbot von der Rimmelwiese bis zur westlichen Grenze des Gebietes, wobei die Wiese selbst, der steile Zugang sowie der Weg entlang des Ufers davon ausgenommen sind. 

Auf der anderen Seite des Inns befindet sich der Geschützte Landschaftsteil Völser Au, weshalb naturnahe Auflächen auf beiden Seiten des Flusses erhalten bleiben konnten.

 

Unterschutzstellung:

Im Jahr 1988 wurde die Kranebitter Innau als Naturschutzgebiet ausgezeichnet. Aufgrund zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen Naturnutzern und Naturschützern wurde dieser hohe Schutzstatus im Jahr 1993 aufgelöst, woraufhin das Gebiet als Geschützter Landschaftsteil mit Betretungsverbot ausgewiesen wurde. Da dieses Betretungsverbot jedoch wiederum viele Konflikte hervorrief, wurde die Kranbitter Innau im Jahr 2005 schlussendlich zum Sonderschutzgebiet mit teilweisem Betretungsverbot deklariert.

 

Landschaftsausstattung:

Ein geänderter Wasserhaushalt aufgrund der Eintiefung des Inns, sowie der Rückgang periodischer Überschwemmungen, führten hier bereits zu einer Verschiebung in Richtung Hartholzau mit Ulmen, Kiefern, Fichten und hochstämmigen Weiden. Ebenso wie in der Völser Au ist auch hier ein wesentlicher Eintrag von Neophyten zu verzeichnen. Springkraut und Sommerflieder werden daher regelmäßig entfernt, damit die ursprüngliche Flora bestehen bleibt.

 

Fauna:

In den letzten 20 Jahren wurden mindestens 91 Vogelarten im Bereich der Völser/Kranebitter Innauen nachgewiesen. 18 dieser Arten stehen auf der Österreichischen Roten Liste, 29 auf der Tiroler Roten Liste gefährdeter Vogelarten. Zudem sind die Innauen ein wichtiger Rastplatz und Nahrungsraum für viele durchziehende Kleinvögel und Brutvögel der Umgebung, die Kiesbänke, Ufer, Auen bzw. den Luftraum über dem Auengebiet in großer Dichte nutzen. Der Bereich der Völser/Kranebitter Innauen ist daher sowohl im regionalen als auch im überregionalen Kontext als überdurchschnittlich artenreich einzustufen. Besonders hervorzuheben sind die Brutvorkommen gefährdeter Arten wie Kleinspecht, Wendehals und Gelbspötter, sowie die hohen Bestandsdichten von Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Rotkehlchen, Zaunkönig und Fünfmeise. Die Kranebitter Innauen beherbergen eine stärkere heterogene Mischavifauna*  - sowohl Vogelarten der Auen, Laubmischwälder als auch der Nadelwälder sind in guten Beständen vertreten. 

 

*Avifauna = Gesamtheit aller in einer Region vorkommenden Vogelarten

 

 

Quellen:

REISNER (2003): Verordnung der Landesregierung über die Erklärung der „Kranbitter Innau“ im Gebiet der Landeshauptstadt Innsbruck zum Sonderschutzgebiet (Sonderschutzgebiet Kranebitter Innau). Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck. 

UNSER INN: Schutzgebiete im Detail. Umweltverband WWF Österreich. Verfügbar in: www.unser-inn.at/download/pdf/auen/Kranebitter_Innau.pdf [Abfrage am 21. Juli 2017]