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Mieminger - Rietzer Innauen

Lage:

Die Auen im Schutzgebiet erstrecken sich in drei linsenförmigen, schmalen Streifen am nördlichen Innufer zwischen Untermieming und Telfs östlich der Lehnbachmündung. Nach Norden sind sie vom steil aufragenden Achberg begrenzt. Es gibt keinen Zugang zum Naturschutzgebiet selbst (außer über den Inn). Das Nordufer des Inns ist nur westlich des Lehnbaches von Stams aus zu Fuß über die Hängebrücke zu erreichen.

Größe:

15,7 ha; Seehöhe: 630-640 m; liegt im Gebiet der Gemeinden Mieming und Rietz, Bezirk Imst. Strengste Schutzform nach dem Tiroler Naturschutzgesetz - "Betreten verboten"!

Landschaftsausstattung:

Bei den Innauen handelt es sich um einen der letzten weitgehend ursprünglichen Auwaldstreifen am Tiroler Inn. Das seit 1985 unter Schutz stehende Gebiet stellt eine naturnahe Au dar, in der der westliche Teil einer ungestörten Überflutungsdynamik unterliegt. Im Uferbereich finden sich Feinsandablagerungen, dahinter bestehen eine vorwiegend annuelle Ruderalvegetation oder lockere Strauchweidenbestände. Flussabwärts verdichtet sich der Auwald zu einer weidendominierten Gesellschaft.

 

Flora und Fauna:

Herauszuheben sind Einzelvorkommen der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica). Diese Pionierpflanze ist in Tirol durch Flussverbauungen fast ausgerottet worden und heute in großen Beständen nur noch am Lech, in Osttirol sowie im Karwendler Rißbach verbreitet. Reliktstandorte gibt es zudem noch am Inn im Oberen Gericht. Auch spezialisierte uferbewohnende Insekten, die anderweitig durch Uferverbauung keinen Lebensraum mehr finden und sehr selten geworden sind, kommen in dieser Au vor.

 

Quelle: 

FARASIN, K. (1993): Die Naturschutzgebiete Österreichs. Band 3 - Tirol, Vorarlberg. Monographien Bd. 38C. Umweltbundesamt Wien.