Ruhegebiete » Kalkkögel

Lage:

Das Ruhegebiet Kalkkögel liegt im nördlichen Teil der Stubaier Alpen und grenzt in seinem südwestlichen Teil an das Ruhegebiet Stubaier Alpen.

Größe:

77,7 km²; Seehöhe: 690-3087 m; liegt im Gebiet der Gemeinden Axams, Götzens, Grinzens, Mutters, Neustift im Stubaital, Sellrain und Telfes im Stubaital, Bezirk Innsbruck-Land

Landschaftsausstattung:

Neben der steilen Bergkette der Kalkkögel vom Hohen Burgstall bis zur Hohen Saile (Nockspitze) bzw. Pfriemeswand und Hühnernock gehört auch das östlich gelegene Nederjoch mit Telfeser Berg und Telfeser Wiesen sowie die westlich gelegenen Bergketten um das Innere Fotschertal zum Ruhegebiet Kalkkögel. Dadurch liegen mehrere, in etwa nord-süd-gerichtete, Bergketten in diesem Schutzgebiet:

  • Westlich des Fotschertales: Hohe Fillerspitze (3087 m) mit dem Fotscher Ferner, Lüsener Villerspitze (3027 m), Hohe Röte (2855 m), Roter Kogel (2832 m), Hühnereggen (2732 bzw. 2666 m), Windegg (2577 m).
  • Östlich des Fotschertales: Schaldersspitze (2784 m), Wildkopf (2719 m), Hohe Schöne (2675 m), Schwarzhorn (2812 m), Schafkogel (2572 m), Schaflegerkogel (2405 m), Angerbergkopf (2399 m), Breitschwemmkogel (2264 m).
  • Kalkkögel: Steinkogel (2589 m), Gamskogel (2569 m), Hoher Burgstall (2611 m), Schlicker Seespitze (2804 m), Riepenwand (2774 m), Große Ochsenwand (2700 m), Kleine Ochsenwand (2553 m), Steingrubenkogel (2633 m), Steingrubenwand (2578 m), Hochtennspitze (2549 m), Maigrubenspitze (2571 m), Maigrubenscharte (2401), Marchreisenspitze (2620 m), Ampferstein (2566 m), Hohe Saile (Nockspitze, 2403 m), Spitzmandl (2206 m), Hühnernock (1920 m). Der Widdersberg (2327 m) und die Schneiderspitze (2156 m) liegen knapp außerhalb des Schutzgebietes.
  • Nederjoch (2142 m) mit den Telfeser Wiesen.

Das Ruhegebiet Kalkkögel wurde geschaffen, um eine noch wilde und ursprüngliche Bergwelt im Nahbereich von Innsbruck zu erhalten.

Die Kalkkögel sind eine geologische Besonderheit:

Die Gipfel bestehen aus Hauptdolomit, darunter liegen Schichten aus Wettersteindolomit, Knollenkalk (Partnachschichten) und mergelig-tonigem nordalpinen Muschelkalk. Der Unterbau besteht, wie die umliegenden Bergketten, aus Gneis des Ötztaler Kristallins (DEL NEGRO 1977). Durch diesen geologischen Aufbau bieten die Kalkkögel im Vergleich mit ihrer Umgebung nicht nur ein ganz anderes Landschaftsbild, sondern auch eine andersartige und vielfältige Vegetationsausstattung.

Der Fotscher Bach ist im Bereich des Ruhegebietes zum Naturdenkmal erklärt worden. Mehrere kleine Karseen, hauptsächlich westlich der Fotsch, und zahlreiche Quellen unter den Kalkkögeln liegen im Bereich des Ruhegebietes.

 

Zugang/Erreichbarkeit:

Das Ruhegebiet Kalkkögel ist durch ein ,vor Jahrzehnten angelegtes, Wegenetz und durch eine Reihe von Schutzhütten gut erschlossen. Erreichbar ist das Gebiet über die Forststraßen bzw. Fußwege durch das Fotschertal, Senderstal, Axamer Lizum, Mutterer Alm, bzw. über die Telfeser Wiesen, über Fulpmes bzw. über die Schlick. Mehrere Wege und Steige führen zu den Schutzhütten bzw. als zum Teil exponierte Höhenwege über Jöcher und Scharten und auf mehrere Gipfel; im Bereich der Kalkkögel wurden einige Klettersteige angelegt. Am Rande des Ruhegebietes Kalkkögel grenzen mehrere Schigebiete mit Aufstiegshilfen an, wie das Schigebiet in der Schlick, in der Axamer Lizum und auf der Mutterer Alm.

Bewirtschaftete Almen und Berghütten:

Raitiser Alm (1553 m), Kreither Alm (1492 m), Gasthof Stockerhof (1150 m), Gasthof Pfarrachalm (1740 m), Birgitzköpflhütte (2035 m), Adolf-Pichler-Hütte (1977 m), Potsdamer Hütte (2009 m), Kemater Alm (1673 m) und Alpengasthof Bergheim (1464 m) am nördlichen Rand, Schlicker Alm (1643 m), Zirmachalm (1936 m) und Starkenburger Hütte (2237 m) am südöstlichen Rand des Schutzgebietes.

 

Flora und Fauna:

Das Ruhegebiet Kalkkögel erstreckt sich über mehrere Vegetationseinheiten, von der collin/montanen bis zur hochalpinen Stufe. In tieferen Lagen dominieren Lärchen-Fichtenwälder, die z.T. forstwirtschaftlich genutzt werden. Darüber erstrecken sich ausgedehnte Zwergstrauchheiden und alpine Grasheiden, wobei im Gebiet beide Alpenrosen-Arten vorkommen: Auf Silikatgestein die Rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), auf Karbonat im Bereich der Kalkkögel die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum). Die alpinen Grasheiden werden auf Felsabsätzen und in Schuttrinnen von hochalpiner Pioniervegetation abgelöst. Südöstlich der Kalkkögel findet man auch Kiefernwälder. Die talnahen Hänge des Fotschertales sind mit Zirben bewachsen.

Die Telfeser Wiesen zwischen Telfes und Kreith am östlichen Rand des Schutzgebietes sind aus jahrhundertelanger bäuerlicher Bewirtschaftung entstanden, die lichte Lärchenbestände durch Mähen und Beweidung geschaffen hat. In diesen Lärchenwiesen findet man eine Vielzahl lichtbedürftiger Frühlingsblüher, wie Enziane und verschiedene Orchideen. An feuchten Stellen haben sich Trollblumenfluren (Trollius europaeus) ausgebildet.