Naturschutzgebiete » Vilsalpsee

"Das Vilsalpgebiet, dem Tannheimer Tal zugehörig, liegt in den Ausläufern der Allgäuer Alpen, einem Gebiet, das insbesondere durch die Schönheit und Mannigfaltigkeit seiner Landschaft besticht. Von den einsamen Spitzen, Zinnen und Graten, von den öden Karen bis herunter zu den samtenen Matten und fetten Alpweiden, wo der Frühsommer eine herrliche Alpenflora beschert, kann der Wanderer Herz und Auge erfreuen" (Kleiner, 1988).

 

Lage und Erreichbarkeit

Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee liegt in den Allgäuer Alpen, einer Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen im Nordwesten Tirols in den Gemeinden Tannheim und Weißenbach am Lech (Bezirk Reutte).

Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist leicht über die Gemenide Tannheim (Tannheimer Tal) zu erreichen. Von dort führt eine Straße sowie ein Wanderweg nach Süden bis zum Vilsalpsee. Diese reizvolle Strecke ist leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, ansonsten verkehren ein Pendelbus, der Tannheimer Alpen-Express sowie Pferdekutschen (auf Anfrage). Für den allgemeinen Verkehr ist die Zufahrt bis 10:00 Uhr und ab 17:00 Uhr gestattet (Ausnahmen: Omnibusse, gehbehinderte Personen ab 70%, Berechtigte; Rückfahrt jederzeit möglich; kostenpflichtiger Parkplatz am Vilsalpsee).

 

Landschaft:

Im Schutzgebiet liegen mehrere Seen in verschiedenen Höhenstufen: der Vilsalpsee (1165 m), der Traualpsee (1630 m), die Lache (1770 m) und der Alplsee (1600 m).

Der Talboden um den Vilsalpsee wird als Mahdwiese oder Almweide genutzt. Die angrenzenden Hänge sind mit Bergfichtenwald bedeckt. Bemerkenswert ist der Talschluss südlich der Vilsalpe, der sog. Bärgaicht (Bergaicht) mit steilen Kalkwänden, Fichten-Block-Urwald und dem gewaltigen Wasserfall.

Südlich vom Vilsalpsee ist das Gelände stufenförmig gegliedert. Flache Kare wechseln mit steilen Kar-Schwellen ab.

Darüber liegt alpines Gelände mit zahlreichen schroffen Gipfeln aus Dolomit, die das Schutzgebiet umrahmen. Der Traualpsee wird im Westen von der Roten Spitze (2130 m) und dem Geierköpfle (1672 m) überragt. Zwischen den nach Norden steil abfallenden Kalkfelsen erstrecken sich flachere Hänge mit blumenreichen Matten.

Gappenfelder Notländ: Dieses hochgelegene Kar am Fuß der Lachenspitze, der Krottenköpfe und der Leilachspitze bildet den Talschluss des Birkentales. Hier entspringt der Weißenbach, der zum Lech hin entwässert.

 

Flora und Fauna:

Um den Vilsalpsee fallen die bunten Mahdwiesen und Almweiden auf. Zwischen Vilsalpsee und Traualpsee erstreckt sich ein steiles Felsengelände, das im unteren Bereich mit Fichtenwald und darüber mit Latschen, Grünerlen, Birken und Zwergsträuchern bewachsen ist. In der Karschwelle über dem Traualpsee und im Gappenfelder Notländ stehen Zirben. Sie bilden das nördlichste Vorkommen in den Kalkalpen und damit das nördlichste Vorkommen in Tirol. Die alpinen Rasengesellschaften oberhalb der Waldgrenze sind besonders blumenreich. Man findet hier viele geschützte Arten wie Orchideen, Edelweiß, Alpenaster, Steinbrech, Enzian und Arnika. 

Wie in den meisten alpinen Hochlagen Tirols findet man auch im Naturschutzgebiet Vilsalpsee charakteristische Alpentiere. Murmeltiere und Gämsen können mit etwas Geduld aus nächster Nähe beobachtet werden. Im Sommer kommen Rothirsche bis zur Vilsalpe. Der schwarze Alpensalamander („Tattermandl“) ist bei trübem Wetter auch tagsüber aktiv.

Ein besonderes Augenmerk im Schutzgebiet gilt der Vogelwelt. In der alpinen Stufe kann man Schneehuhn, Schneefink, Alpenbraunelle, Birkhuhn, Steinschmätzer, Hausrotschwanz und Turmfalke antreffen. Auf den Almweiden ist er Bergpieper auffällig. In den zirbenbewachsenen Karstufen bei der Landsberger Hütte sowie in den darunter liegenden Latschenfeldern und Gehölzgruppen leben unter anderem Hänfling, Birkenzeisig, Zitronengirlitz, Fichtenkreuzschnabel sowie die Ringdrossel.

 

 

Quellen:

FARASIN, K. (1993): Die Naturschutzgebiete Österreichs. Band 3 - Tirol, Vorarlberg. Monographien Bd. 38C. Umweltbundesamt Wien.

SCHAUER, Th. (1978): Die Vegetation des Vilsalpsees und der Traualpseen bei Tannheim in Tirol. - Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt, 45: 103-122.