Naturschutzgebiete » Moor am Schwarzsee

Lage:

Das Naturschutzgebiet besteht aus einem Verlandungsmoor am Schwarzsee bei Kitzbühel. Das Moorgebiet erstreckt sich U-förmig um den südöstlichen bis nördlichen Teil des Schwarzsees.

Größe:

22,8 ha, Seehöhe: 780-790 m, unter Schutz seit 1984, liegt im Gebiet der Stadtgemeinde Kitzbühel, Bezirk Kitzbühel.

Landschaftsausstattung: 

Das Moor geht in Hangwiesen über; Baumgruppen und kleine Wäldchen durchsetzen das Gebiet. In früheren Zeiten wurde hier Streugewinnung betrieben; heute werden die ehemaligen Streuwiesenflächen zunehmend von Gehölzen (Birken) eingenommen.

 

Erreichbarkeit:

Von der Bahnstation Schwarzsee bei Kitzbühel bzw. der Straße und ausgehend von der Badeanstalt führt ein Rundwanderweg um den See und durch das Naturschutzgebiet.

Flora und Fauna:

Laut Moorschutzkatalog (1984) ist dieses Moor ein Lebensraum von nationaler Bedeutung. Eine eigentümliche Pflanzenwelt konnte sich hier im Verlandungsbereich des Sees behaupten. Das Moor wird hauptsächlich aus den Gesellschaften der Schwingrasen, Moortümpel und Torfmoosbulte aufgebaut. Auffallend sind alte, durch Streunutzung bedingte Pflanzengesellschaften mit Großseggenbeständen und Hochstaudenfluren. Die Gehölz- und Waldinseln setzen sich vor allem aus Birken- und Faulbaumgesellschaften sowie Heidelbeer-Fichtenwäldern zusammen. Sämtliche Moor- und Sumpfgesellschaften beherbergen eine ungewöhnlich große Zahl sehr seltener Pflanzenarten. Eine Besonderheit ist das Traunsteiner Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri). Diese rotblühende Orchidee wurde erstmals am Schwarzsee beschrieben und nach dem Kitzbüheler Apotheker und Botaniker Josef Traunsteiner (1798-1850) benannt. Das Moor am Schwarzsee ist somit "Locus typicus" für diese seltene Pflanzenart.

Weitere seltene Pflanzen aus diesem Moor sind:

  • Igelsegge (Carex echinata)
  • Drachenwurz (Calla palustris)
  • Drahtsegge (Carex lasiocarpa)
  • Schnabelsegge (Rhynchospora alba)
  • Schlammsegge (Carex limosa)
  • Seerose (Nymphaea sp.)
  • Torfmoos (Sphagnum magellanicum)
  • Moosbeere (Vaccinium oxycoccus)
  • Rosmarinheide (Andromeda poliofolia)
  • Sonnentau-Arten (Drosera rotundifolia, D. anglica)
  • Wollgras (Eriophorum vaginatum)

 

Seit einigen Jahren hat sich eine Biberfamilie am Schwarzsee niedergelassen. Besonders beeintruckend für Besucher ist die große Biberburg, welche am Nordrand des Sees direkt neben dem Fußweg bestaunt werden kann. Rund um den See können Spuren dieses fleißigen Landschaftsgestalters gesichtet werden in Form von um- bzw. angenagten Bäumen oder Dammeinbauten an den Zufüssen.
Die Biberdämme haben eine durchaus postive Wirkung auf den Wasserhaushalt der Moorflächen.

 

 

Quellen:

GÄRTNER, G. und MERTZ, P. (1988): Das Moor am Kitzbühler Schwarzsee. - Information der Tiroler Landesregierung.

STEINER, G.M. (1992): Österreichischer Moorschutzkatalog. - Grüne Reihe des BMfUJF, Band 1.