Naturschutzgebiete » 
Ehrwalder Becken

 

 

Im Talkessel zwischen den Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biberwier liegen die Reste einer alten Moorlandschaft, welche von der einheimischen Bevölkerung als "Moos" bezeichnet werden. Dieses wertvolle Moor bildet gemeinsam mit einem Altarm der Loisach im Norden des Beckens das Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 28,6 ha

Standort: Biberwier, Ehrwald, Lermoos (Reutte)

Seehöhe: 970 m

Naturschutzgebiet seit 1991

Erreichbarkeit: 

Das Naturschutzgebiet ist sowohl von Biberwier, Lermoos als auch von Ehrwald zu erreichen. Den gesamten Talkessel durchziehen Wirtschaftswege. So umrunden diese auch das Moos. Von Spaziergängern, Radfahrern und Reitern werden die Wege gerne genutzt.

 

Landschaftsausstattung:

Im gesamten Bereich des Ehrwalder Beckens fließen von den umgebenden Hängen Wasserläufe zusammen, die früher größtenteils im Moor versickerten. Heute erfolgt die Entwässerung zum Teil auch über die zahlreichen Entwässerungsgräben, die in die regulierte Loisach münden. Die Gräben wurden in der Vergangenheit gegraben um eine leichtere Bewirtschaftung der nassen Wiesen zu gewährleisten. Heute vermindert sich die Zahl der gemähten Flächen immer mehr, was zu einer vermehrten Verbuschung und Verwaldung führt.

Trotz dieses Umstandes findet man im zentralen Teil des Feuchtgebietes noch ein Übergangsmoor umgeben von einem Kleinseggen-Niedermoor und Pfeifengraswiesen. Kleine bewaldete Hügel ragen über die ebene Moorfläche hinaus.

 

Flora und Fauna:

Das Kleinseggen-Niedermoor mit umgebenden Pfeifengraswiesen ist Lebensraum für viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten, darunter zahlreiche Orchideenarten und Schwertlilien sowie seltene Insektenarten. Die Randgebiete des Moores weisen kleine Föhren- oder Fichtengehölze auf, die mit teilweise recht großen Schilf- oder Seggenflächen den Übergang zu den umliegenden Feuchtwiesen bilden. Der Altarm der Loisach besteht aus einem verschilften und verbuschten Graben, der vor allem für die Vogelwelt von großer Bedeutung ist. STECHER (1993) weist im gesamten Naturschutzgebiet 51 Vogelarten nach. Eine Reihe der im Naturschutzgebiet festgestellten Vogelarten sind in den Roten Listen gefährdeter Tierarten in Tirol bzw. Österreich aufgeführt. Zu den bemerkenswerten Arten gehören:

  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)
  • Baumpieper (Anthus trivialis)
  • Hänfling (Carduelis cannabina)
  • Karmingimpel (Carpodacus erythrinus)

  

Quellen:

Schatz, H. (1990): Gutachten für die Unterschutzstellung des Ehrwalder Beckens. - Abt. Umweltschutz, Amt der Tiroler Landesregierung.

Stecher, C. (1993): Vogelwelt im Naturschutzgebiet "Ehrwalder Becken". - Im Auftrag der Abt. Umweltschutz, Amt der Tiroler Landesregierung.