Naturschutzgebiete » Antelsberg bei Tarrenz

 

 

Das Schutzgebiet umfasst einen 200 m breiten Geländestreifen am Südhang des Antelsberges, unmittelbar neben der Straße durch das Gurgltal. Ein wenig begangener Steig beginnt gegenüber dem Gasthaus Dollinger.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 31,68 ha

Standort: Tarrenz (Imst)

Seehöhe: 800-900 m

Naturschutzgebiet seit 1971

Der südexponierte, teilweise von Kleingeröll überrieselte Steilhang ist von einem lichten Rotföhrenwald bestanden.

Der Wald zeigt einen artenreichen, kräuterdominierten Unterwuchs mit Trockenliebhabern wie:

  • Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)
  • Weiße Schwalbenwurz (Cynanchum vincetoxicum)
  • Federgras (Stipa pennata)
  • Bunte Kronwicke (Coronilla varia)
  • in der Strauchschicht: Wolliger Schneeball, Berberitze und Liguster

Der Grund für die Unterschutzstellung dieses Gebietes ist die Erhaltung eines der wenigen Vorkommen des Skorpions (Euscorpius germanus) in den Alpen. Diese kleine Skorpionsart ist aus Einzelfunden von mehreren Wärmestandorten in Nordtirol bekannt (THALER 1979), jedoch sind größere Populationen wie die am Antelsberg sehr selten geworden. In früheren Zeiten wurden die Skorpione für "Heilzwecke" gesammelt.

Die Skorpione gehören zu den ursprünglichsten landlebenden Tieren überhaupt. Sie sind nachtaktive Räuber und fangen ihre Beute mit den großen Scheren. Wenn sich das Opfer wehrt, wird es mit dem Giftstachel getötet. Für den Menschen ist der Stich der einheimischen Skorpione relativ harmlos und entspricht etwa einem Wespenstich. Skorpione sind lebendgebärend, die neugeborenen Skorpione besteigen den Rücken ihrer Mutter und werden von dieser gefüttert (NOFLATSCHER 1994).

 

Quellen:

FARASIN, K. (1993): Die Naturschutzgebiete Österreichs. Band 3 - Tirol, Vorarlberg. Monographien Bd. 38C. Umweltbundesamt Wien.

NOFLATSCHER, M.-Th. (1994): Skorpione. - Rote Liste gefährdeter Tierarten Südtirols, Abt. für Landschafts- und Naturschutz, Bozen: 350-351.

THALER, K. (1979): Fragmenta Faunistica Tirolensia IV. - Veröff. Mus. Ferdinandeum, Innsbruck 59: 49-83.