Landschaftsschutzgebiete » Falzthurntal-Gerntal

Lage:

Das Schutzgebiet liegt am Ostrand des Alpenparks Karwendel und grenzt an den Taleinschnitt des Achensees. Es umfasst im wesentlichen die Talböden des Falzthurntals (etwa 7 km lang) und des Gerntales. Dazwischen liegen der Gütenbergkopf (1665 m) und der Feilkopf (1562 m).

Größe:

8,6 km², Seehöhe: 970 - 1665 m, liegt im Gebiet der Gemeinde Eben am Achensee, Bezirk Schwaz.

Erreichbarkeit:

Das Landschaftsschutzgebiet beginnt unmittelbar westlich von Pertisau und lässt sich mühelos auf asphaltierten Mautstraßen erreichen. Forststraßen und Wanderwege führen zu den Almen oder Hütten. Im Winter werden mehrere Langlaufloipen betrieben. Durch das Falzthurntal gelangt man über die Gramaisalm-Hochleger und die Binsalm zum Großen Ahornboden (eigenes Landschaftsschutzgebiet).

 

 

Landschaftsausstattung:

Die Talböden werden in ihrem Erscheinungsbild vor allem durch die Tätigkeit der Gebirgsflüsse und durch die heutigen Bewirtschaftungsformen geprägt. Breite schotterführende Rinnen durchziehen die grünen Weiden der Talböden und führen nur im Frühjahr Wasser (Falzthurnbach, Pletzachbach, Pletzachgraben). Zahlreiche Seitenbäche aus den steilen Tälern haben meist Schuttfächer aufgeschüttet.

Die Nordhänge des Falzthurntales werden von einem steten Wechsel aus Schuttkaren, Latschenhängen, Legbuchen-Beständen, alpinen Rasen und montanen Mischwäldern geprägt, letztere überziehen auch die Köpfe zwischen den Tälern. Die Südhänge gegenüber der Gernalm sind steiler und von schroffen Runsen durchzogen.

 

Insgesamt liegen 6 Almen im Schutzgebiet:

  • Falzthurnalm (1089 m)
  • Gramai-Alm (1263 m)
  • Pletzachalm (1031 m) und Gasthaus
  • Gernalm (1166 m)
  • Gütenbergalm (1545 m)
  • Feilalm (1372 m)

 

 

Flora und Fauna:

Folgende Vegetationsgesellschaften kommen im Gebiet vor:

  • beweidete Talgründe mit Wirtschaftswiesen
  • Mischwälder (Ahorn-Buchen, Tannen-Buchen, Föhrenwald auf Trockenstandort östlich der Pletzachalm)
  • Krummholzbestände
  • Schuttfächer mit Weichholzauen und alpinen Rasengesellschaften
  • Feuchtgebiete
  • Bachbegleitende Auenstandorte und Weichholzauen auf Schuttfächern (reifer Auenstandort am Unterlauf des Falzthurnbaches; Weichholzaue auf Schuttfächer des Gratzentalgrabens unterhalb der Gernalm)

MERTZ (1994) listet 343 Pflanzenarten aus dem Bereich dieses Schutzgebietes auf.

An seltenen Vögeln wurden im Gebiet beobachtet:

  • Trauerschnäpper
  • Sperlingskauz
  • Rauhfußkauz
  • Buntspecht
  • Schwarzspecht
  • Weißrückenspecht
  • Dreizehenspecht

Besonders bemerkenswerte Lebensgemeinschaften / Lebensräume:

  • Talende bei der Falzthurnalm mit schöner Landschaftskulisse
  • Schuttfächer mit Lärchen, Fichten und Alpenrosengebüschen unterhalb der Gramaier Au. Das Tal wird sehr eng, links treten die Felswände des Sonnjoches und des Bärenköpfls stark hervor, rechts begrenzt der Schuttfächer der Nauderser Klamm das Tal.
  • Wiese der "Groß 'Mitt'". Größere Talwiese von Wald umrahmt; Wechsel aus Wirtschaftswiesen und Resten von Feuchtflächen, von Wiesenbach durchzogen und von kleineren Bäumen aufgelockert.
  • Flachmoor und Verlandungsgesellschaften mit Tümpel
  • Kapelle auf den Wiesen der Pletachalm und Almgehöfte der äußeren Pletachalm: Ursprüngliche Almstruktur mit alten Holzhäusern und Stadeln.
  • In der Plechert: Lichter Buchen-Fichten und beweideter Föhren-Fichtenwald mit Buckelstruktur (Wanderweg); Schöne Ausicht.
  • Schuttfächer des Gratzentalgrabens: Alte Baumkulisse mit Einblicken in die wild zerklüftete Gratzenklamm.
  • Gebiet der Gütenbergalm und dem Feilkopf: Hochmontanes Almgebiet mit Wechsel aus beweideten Wiesenflächen, alpinen Quellmooren und beweideten Almgebieten; Davallseggenmoor zusammen mit einem Braunseggenmoor, Kalkflachmoor mit Sinterungen.