Geschützter Landschaftsteil » Trinser Moränenwall

 

 

Der Trinser Moränenwall bringt, als spezifisches ökologisches Vegetations-Verbundsystem, eine besondere Nützlichkeit für die Gliederung der Landschaft sowie positive kulturelle Wirkungen mit sich.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 16,45 ha

Standort: Trins (Innsbruck Land)

Geschützter Landschaftsteil seit 1975

Lage:

Der Geschützte Landschaftsteil umfasst zwei Gebiete in der Gemeinde Trins im Gschnitztal, welche durch den Gschnitzbach voneinander getrennt werden. Der Trinser Moränenwall wird von den Landschaftsschutzgebieten "Serles-Habicht-Zuckerhüttl" und "Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune" umgeben.

 

Landschaftsausstattung:

Auf den alten Gletscherböden des Trinser Moränenwalls sind folgende Biotoptypen vertreten:

  • Wiesenflächen mit Auwaldstreifen am Gschnitzbach
  • Lärchengruppen auf den Erhebungen
  • Nadel-Mischwald auf dem Hügelkamm des Moränenwalls 

 

Südwestlich der Annakapelle liegt eine abflusslose Mulde der Trinser Moräne, die zum größten Teil von einer tiefen Moorbildung ausgefüllt wird, der Krötenweiher genannt wird. Der Krötenweiher wurde im Jahr 1949 als Naturdenkmal ausgewiesen. 

Der Moränenwall hat eine hohe Bedeutung für das Landschaftsbild und den Erholungswert in Trins und ist durch eine besondere Flora und Fauna gekennzeichnet. 

 

Zeugen der Eiszeit:

Der Trinser Moränenwall im Gschnitztal stammt aus einer Vorstoßphase der eiszeitlichen Gletscher. Die Eismassen hinterließen hier eine markante Endmoräne aus teilweise hausgroßen Felsblöcken, die sich vor etwa 16.000 Jahren in der heutigen Position stabilisierte. Seit 1975 ist der Moränenwall Geschützter Landschaftsteil. Dazu gehört auch das Naturdenkmal Krötenweiher - ebenfalls ein Zeugnis eiszeitlicher Tätigkeit. Ursprünglich ist dieses Becken aus einem Toteisloch hervor gegangen. So haben die eiszeitlichen Gletscher bei ihrem Rückzug an verschiedenen Stellen kleinere Eiskörper hinterlassen, die durch Schuttbedeckung vor dem Abschmelzen geschützt waren. Dieses Toteis, formte eine Mulde, in der sich über Jahrtausende zunächst ein bis zu acht Meter dickes Hochmoor bildete. Heute existiert nur noch ein Feuchtgebiet, das den bedeutendsten Laichplatz für Grasfrösche im Gschnitztal bildet. Hinter dem Trinser Moränenwall liegen die Quellmoore der äußeren und inneren Trinser Möser mit einem großen Artenreichtum an seltenen Pflanzen wie Knabenkraut und Kuckucks-Lichtnelke. Der gesamte Lebensraum bietet Rückzugsmöglichkeit für Amphibien. Gräben und Lohen (Quellbäche) dienen Fischen wie der Bachforelle und der Koppe als Laichplätze.

 

Besonderheiten:

Das Wappen von Trins stellt einen schwarzen Zinnenbalken und einen roten Sparren dar; ersteres steht für das Schloss Schneeberg, der rote Sparren steht für die Trinser Moräne, auf der sich das Schloss erhebt.

 

 

Quellen:

BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT Innsbruck (1983)

KERNER F. (um 1900): Die letzte Vergletscherung der Central – Alpen im Norden des Brenners.