Geschützter Landschaftsteil » Rosengartenschlucht

 

 

Die Rosengartenschlucht weist besondere landschaftsökologische und –ästhetische Werte auf. Interessante geologische Erscheinungen, eine vielfältige Vegetation sowie eine artenreiche Vogelwelt stellen einen Kleinlebensraum dar, wie er nur noch selten vorzufinden ist.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 11,7 ha

Standort: Imst

Geschützter Landschaftsteil seit 1989

Lage:

Auf einer Länge von 1,5 km gräbt sich der Schinderbach von der Blauen Grotte durch die Felsrücken der Imster Mittelgebirgsterrassen bis zur Johanneskirche (Höhenunterschied 250 m).  Insbesondere durch die Nähe der Rosengartenschlucht zum Stadtkern stellt sie für die Bevölkerung und für die Touristen ein attraktives Naherholungsgebiet dar. 

 

Landschaftsausstattung:

Das Gebiet liegt im Wettersteinkalk bzw. –dolomit, der mit sehr vielen Störungssystemen durchsetzt ist. Die Schlucht ist epigenetisch entstanden, d.h. mit dem Aufsteigen des Alpenkörpers erfolgte eine Tieferlegung des Inn und dies bewirkte bis heute ein starkes Einkerben der Seitenbäche. 

Die Rosengartenschlucht hat eine besonders artenreiche Flora, wie man sie sonst nur im alpinen Bereich anzutreffen gewohnt ist. An den südexponierten Stellen finden sich Restbestände eines wärmeliebenden Lindenmischwaldes. Im schattigen Bereich und in der Nähe des Baches mischen sich die typischen Arten der alpinen Bach-Begleitvegetation (Weiden, Erlen, Traubenkirsche) darunter.

Außerdem weist der Geschützte Landschaftsteil einen besonderen Reichtum an blühenden nektarreichen Holzpflanzen vor (z.B. Linde, Salweide), welche für die Honigbiene als Futterpflanzen dienen. Die Blumenwelt in der Schlucht ist durch eine montane (Maiglöckchen, Farne, Lilien, Orchideen) und eine alpine Zone (Steinbrech, Silberwurz, Polstersegge, Alpenfettkraut) gekennzeichnet, deren Übergänge teils fließend, teils abrupt verlaufen.

Die Wassertemperatur erreicht im Sommer kaum über 15°C, was zur Löslichkeit des lebenswichtigen Sauerstoffes im Wasser beiträgt. Zudem sorgt das rauhe Bachbett für eine optimale Durchmischung des Wassers mit dem Sauerstoff der umgebenden Luft.

Die Tiere der Bodenzone (Hackenkäfer, Strudelwürmer, Zuckmücken, Steinfliegenlarven, etc.) zeigen eine Fülle von Anpassungen an ihren besonderen Lebensraum. 

 

Besonderheiten:

Da der Lebensraum „Rosengartenschlucht“ in sehr vielfältiger Weise in die umgebende Landschaft eingegliedert ist, schafft sie für viele Vögel
(z.B. Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, Feldsperling, Mönchsgrasmücke, Singdrossel, Kohlmeise, etc.) wichtige Lebensvoraussetzungen. Es sind viele Nistmöglichkeiten und ein auffallend hoher Anteil an beerentragenden Futterpflanzen für einheimische Vögel vorhanden, weshalb ein besonderer Vogelreichtum gegeben ist.

 

 

Quelle:

ZIMMERMANN, G. (1988): Rosengartenschlucht, Antrag auf Unterschutzstellung nach §11 des Tiroler Naturschutzgesetzes. Anstalt für Landschaftspflege, Landesforstdirektion Tirol.