Geschützter Landschaftsteil » Oberlawieswald

 

 

Beim Oberlawieswald handelt es sich um ein Tannenwaldrelikt, welches für den inneralpinen Raum als einzigartig und besonders schützenswert angesehen werden kann.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 47,5 ha

Standort: Trins (Innsbruck Land)

Geschützter Landschaftsteil seit 1981

Lage:

Der Geschützte Landschaftsteil „Oberlawieswald“ liegt in der Gemeinde Trins, auf der rechten Seite des Gschnitztales am Fuße des Filzecks. Das Gebiet wird vom Schmurzbachgraben, Schmurz Leger, den Auen des Gschnitzbaches und östlich von einer Schotterhalde begrenzt. Der Oberlawieswald befindet sich im Norden des Landschaftsschutzgebietes „Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune“.

 

Landschaftsausstattung:

Der Oberlawieswald bildet einen Restbestand der Buchen-Tannen-Zeit, die mit 6300 Jahren vor unserer Zeit datiert ist. Vor allem seit der subatlantischen Klimaverschlechterung ging das Areal der Tanne jedoch klimabedingt zurück und es entwickelten sich die heutigen Bergmischwälder, die entwicklungsbedingt infolge des unterschiedlichen Klimacharakters in den Westalpen tannenreicher und in den Ostalpen fichtenreicher aufgebaut sind. 

 

Vegetation:

Am Wegrand eines Forstweges quer durch das Gebiet und auf einer ausgeschlägerten Lichtung findet man einzelne jüngere Exemplare der Tanne vor. Oberhalb und unterhalb des Weges und im Waldstreifen, der durch den Schmurzgraben begrenzt ist, findet man hauptsächlich Altholz der Tanne wie auch der Fichte vor. Im Fichten-Tannen-Buchen-Wald und im Fichte-Tannen-Wald bildet die Tanne eine gesellschaftsprägende Schlussbaumart, die sich bei ungestörter Boden-Vegetations- und Bestandsentwicklung, in Konkurrenz mit Fichte und Buche, mit ansehnlichen standörtlichen wechselnden Anteilen, in Altbeständen durchsetzt. Die Fichte ist in der Vergesellschaftung des Oberlawieswaldes zugleich Schlussbaumart und Pionierbaumart. Die Tanne benötigt für gesundes Gedeihen ein anhaltendes Wachstum und hohes Lebensalter, eine gedämpfte Jugendentwicklung, ein stufiges und gemischtes Bestandsmilieu und eine kleinflächige Verjüngung. In einigen Teilen des Geschützten Landschaftsteiles sind diese Voraussetzungen weitgehend erfüllt, weshalb das Tannengebiet für den inneralpinen Raum einzigartig und deshalb erhaltens- und schützenswert ist.

 

 

Quelle:

ERNSTBRUNNER R. (1980): Oberlawieswald (Gschnitztal). BH Innsbruck.