Geschützter Landschaftsteil » Kochental

 

 

Das Kochental wurde aufgrund der engen Vernetzung unterschiedlichster Biotope und die damit verbundene hohe ökologische und landschaftliche Wertigkeit zum Geschützten Landschaftsteil erklärt.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 168,6 ha

Standort: Telfs (Innsbruck Land)

Geschützter Landschaftsteil seit 2008

Lage:

Das in Nord-Süd Richtung verlaufende Kochental erstreckt sich vom Telfser Ortsteil Sagl zwischen Arzberg und dem Rapferswald bis zu den Felswänden der Hohen Munde. Östlich oberhalb des Kochentals, über zum Teil sehr steilen Geländeabbrüchen, liegt der Ortsteil Buchen.

 

Landschaftsausstattung:

Der Geschützte Landschaftsteil „Kochental“ weist eine Vielzahl unterschiedlicher Biotopausprägungen auf. Neben diversen Waldtypen (Kiefernwald, Kiefern-Fichten-Wald, Buchen-Mischwald, Schluchtwald) finden sich ausgedehnte Latschenbestände, Schotterfluren und Schuttkegel, Trockenwiesen sowie Feuchtgebiete in Form von Feuchtstellen, anmoorigen Flächen und bachbegleitenden Bereichen (Saglbach). Aufgrund des hohen Strukturierungsgrades und Artenreichtums (ca. 250 Pflanzenarten) ist für das untersuchte Gebiet ein insgesamt hoher Biotopwert festzustellen, wobei sich insbesondere die offenen Bereiche und die Feuchtgebiete durch eine hohe ökologische und landschaftliche Wertigkeit auszeichnen. Zudem ist die enge Vernetzung der unterschiedlichen Biotoptypen hervorzuheben, welche das Kochental als besonders erhaltens- und schützenswertes Gebiet auszeichnet.

 

Vegetation:

Das Kochental wird primär von Nadelholz-dominierten Waldgesellschaften geprägt. Je nach Untergrund und Exposition variieren sie zwischen kieferndominierten Wäldern und fichtendominierten Waldabschnitten. Auf den Schuttflächen (z.B. Breitlehn) gehen sie in Latschenbestände, auf den steilen Felsflanken in kiefern- und mehlbeerdominierte Schluchtwälder über. An begünstigten Stellen werden die Nadelgehölze von Laubholzarten (primär der Buche) zurückgedrängt. Andere Laubgehölze (v.a. Weiden) sind entlang des oberen Abschnittes des Saglbaches in Form einer Weiden-Au vorherrschend. Im Bereich der Schotterfluren treten die Gehölze fast vollkommen zurück; hier kommen nur vereinzelte lichte Bestände von Arten vor, die auf dem lockeren, bewegten Felsschuttuntergrund überleben können.

 

Fauna:

Im Kochental ist unter anderem mit dem Vorkommen von Amphibien (Grasfrosch, Erdkröte, Alpenmolch und evtl. Gelbbauchunke) und Reptilien (Ringelnatter, Blindschleiche, Zauneidechse sowie evtl. Bergeidechse und Kreuzotter) zu rechnen. Die Waldflächen stellen ein für viele Wildarten geeignetes Einstandsgebiet dar; in den höher gelegenen Bereichen, v.a. an der Waldgrenze, bekommt man auch häufiger das, nach Anhang 1 der Vogelschutz-Richtlinie (Rote Liste Tirol), geschützte Birkhuhn zu sehen. Für die Vogelwelt ist der hohe Strukturierungsgrad des Geländes als besonders positiv zu bewerten.

 

Besonderheiten:

Das Gebiet ist sowohl für den Naturhaushalt, wie auch für das Kleinklima, aber insbesondere für die Tier- und Pflanzenwelt von Bedeutung und trägt zur Belebung des Landschaftsbildes bei.

Der hohe Strukturierungsgrad, das Vorkommen unterschiedlichster Vegetationsausprägungen auf engstem Raum sowie die naturnahe Ausprägung machen das Tal zu einem bedeutungsvollen Schutzgebiet.

 

 

Quelle:

EDENBICHLER, G. und JÄGER, M. (2008): Geschützter Landschaftsteil Kochental - Stellungnahme. BH Innsbruck.