Geschützter Landschaftsteil » Feuchtgebiete um die Thierburg

 

 

Die Feuchtgebiete um die Thierburg stellen in sich keine Einheit dar, sondern sind aus einer Vielzahl von Kleinlebensräumen zusammengesetzt, deren Vielfalt und Wechselwirkung zueinander den Charakter des Geschützten Landschaftsteiles prägen.

Kurzsteckbrief:

Fläche: 9,1 ha

Standort: Fritzens (Innsbruck Land)

Geschützter Landschaftsteil seit 1983

Lage:

Der Geschützte Landschaftsteil liegt, mit einer Größe von ca. 9 ha, in der Gemeinde Fritzens. Das Gebiet bildet die idyllische Umgebung der um 1488 errichtete Thierburg, welche sich heute in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann.

 

Landschaftsausstattung:

In der näheren Umgebung der Thierburg befinden sich mehrere ökologisch sehr interessante Feuchtbiotope. Die heute vorhandenen Gewässer in diesem Bereich, so auch der Thierburg-Weiher im Kern des Gebietes, sind künstlich angelegt.  Das ganze umliegende Gebiet ist landwirtschaftlich intensiv genutzt, weshalb die deutlich davon abgesetzten Feuchtgebiete als Zufluchtsort für viele Tiere dienen. Gerade das Mosaik aus Feldern und Äckern, Waldrändern, Gehölzgruppen, Schilf und Wasser zusammen mit dem historischen Bauwerk der Thierburg macht den besonderen landschaftlichen Reiz dieser Gegend aus. Die Wasseransammlungen um die Thierburg haben sich trotz der künstlichen Anlegung zu sehr natürlichen Lebensräumen entwickelt.

 

Unterschiedliche Biotoptypen um die Thierburg:

  • Offene Wasserflächen (Thierburg-Weiher), Schilfgürtel
  • Quellgebiete in den Bruchwäldern
  • Baum- und Strauchbestände
  • Großseggenfluren

 

Flora und Fauna:

Die Feuchtgebiete um die Thierburg verfügen über eine besondere Vielfalt der Insektenfauna.

 

Offene Wasserflächen:

  • Wasserwanzen, Taumelkäfer, große Schwimmkäfer, Blattkäfer, Rüsselkäfer, Wanzen, Zikaden, Heuschrecken, Schmetterlinge, Blattwespen, etc.
  • Sumpfpflanzen (z.B. Schilf): Libellen, Schilfkäfer, Schwimmrüsselkäfer, etc. 

 

Wasserdurchsetzte Moos- und Schlammflächen:

  • Kurzflügler, Wasserkäfer, spezialisierte Wanzengattungen, etc. 

 

Baum- und Strauchbestände:

  • Grauerle, Schwarzerle, div. Weiden, Birken, Holunder, Schneeball, Traubenkirsche, Esche, Pappel, Eiche, Ulme, Fichte

 

Besonders nennenswert ist der Anthonomus udulatus, ein Rüsselkäfer, der an Traubenkirsche lebt und aus Nordtirol bisher nur von der Thierburg bekannt ist. 

 

 

Quelle:

BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT Innsbruck (1983)