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Interaktive Karte (tiris, Google Earth) »

Lage:
Das Ruhegebiet umfaßt einen Großteil der Stubaier Alpen und erstreckt sich östlich des Ötztales bis Ranalt im Stubaital. Es grenzt im Nordosten an das Ruhegebiet Kalkkögel und im Südosten an das Landschaftsschutzgebiet Serles-Habicht-Zuckerhütl.
  Größe:
352,2 km², Seehöhe: 1300 - 3507 m, unter Schutz seit 1983, liegt im Gebiet der Gemeinden Längenfeld, Neustift im Stubaital, St. Sigmund, Sölden und Umhausen, Bezirke Imst und Innsbruck-Land.

Landschaftsausstattung:

Das Gebiet zeichnet sich durch seine wilde und unberührte Hochgebirgslandschaft aus. Der zentrale Bereich der Stubaier Alpen wird von gletscherbedeckten Karen und Bergen beherrscht (z.B. Bereich um die Ruderhofspitze, Schrankogel, Lisenser Ferner, Breiter Grieskogel, u.a.). Außerhalb der Gletscherregion sind es die verschiedenen aus kristallinem Gestein aufgebauten Kämme und Gipfel sowie die darin eingeschnittenen Täler, die durch ihre Vielfalt und abwechslungsreiche Gestalt dem Landschaftsbild einen besonderen Reiz verleihen. Beliebte Schi- und Bergtouren ohne Aufstiegshilfen führen auf Gletscher und Gipfel. Das Stubaier Gletscherschigebiet um die Dresdnerhütte im Südosten bleibt ausgespart; man kann aber über die Aufstiegshilfen dieses Schigebietes relativ leicht die Hildesheimer Hütte erreichen und zu mehreren Dreitausendern (z.B Schußgrubenkogel, 3211 m, Schaufelspitze, 3332 m, Stubaier Wildspitze, 3341 m) im Ruhegebiet gelangen.

Zahlreiche, z.T. vergletscherte Gebirgszüge und Täler gliedern das Gebiet. Die wichtigsten Täler und Bäche sind:


1. Richtung Ötztal: Windachtal mit Windache, Wütenbach, Sulztal und Winnebach (mit dem berühmten Wasserfall "Bachfalle"), Horlachtal, Grastal, Larstigtal, Zwieselbachtal.
2. Richtung Sellraintal: Kraspestal, Gleirschtal, Lüsenstal mit Melach und Längentaler Bach.
3. Richtung Stubaital: Oberbergtal mit Alpeiner Bach und Oberbergbach, Unterbergtal mit Ruetz (am Rande des Schutzgebietes) und Falbesoner Bach (Wasserfälle bei der Neuen Regensburger Hütte).


Alpeiner Bach im Oberbergtal 
     Alpeiner Bach im Oberbergtal

Einige der markantesten Dreitausender-Gipfel sind:
Hochreichkopf (3010 m), Rotgrubenspitze (3047 m), Zwieselbacher Roßkogel (3081 m), Vordere Sonnenwand (3156 m), Gleirscher Fernerkogel (3189 m), Breiter Grieskogel (3287 m), Gaislehnkogel (3216 m), Wilde Leck (3359 m), Lüsener Fernerkogel (3298 m), Hinterer Brunnenkogel (3325 m), Schrankogel (3497 m), Ruderhofspitze (3474 m), Östliche Knotenspitze (3084 m), Hinterer Daunkopf (3225 m), Mutterberger Seespitze (3302 m), Stubaier Wildspitze (3341 m), Windacher Daunkogel (3348 m), Aperer Pfaff (3353 m), Zuckerhütl (3507 m), Gaiskogel (3128 m), Sonklarspitze (3467 m), Schwarzwandspitze (3353 m).

Zugang / Erreichbarkeit:
Von Norden über das Sellraintal: Durch das Kraspestal, das Gleirschtal, das Lüsenstal und durch die Fotsch. Von Osten durch das Oberbergtal und das Stubaital (Mutterbergtal). Von Westen über das Ötztal: Durch das Windachtal, das Sulztal und das Horlachtal. Zahlreiche Wanderwege und Steige führen durch das Gebiet, zu den Berghütten und zu den Gipfeln. Im Süden quert der Zentralalpenweg das Ruhegebiet, von Sölden durch das Windachtal bis zur Hildesheimer Hütte und zum Schigebiet Stubaier Gletscher. Ebenfalls von Sölden gelangt man durch das Windachtal zur Siegerlandhütte; von Gries im Sulztal zur Amberger Hütte oder über die Winnebachseehütte, von dort über das Winnebachjoch zum Westfalenhaus, oder durch das Zwieselbachtal zur Gubener Hütte; von Niederthai durch das Horlachtal ebenfalls zur Gubener Hütte; von Lüsens zum Westfalenhaus, vom Ende des Oberbergtales zur Franz-Senn-Hütte oder über den Schrimmennieder zur Neuen Regensburger Hütte.

Schutzhütten und Berggasthäuser: Larstighof (1777 m), Schweinfurter Hütte (früher Gubener Hütte; 2028 m), Pforzheimer Hütte (2310 m), Winnebachseehütte (2361 m), Vordere Sulztalalm (1898 m), Amberger Hütte (2136 m), Westfalenhaus (2276 m), Franz-Senn-Hütte (2149 m), Neue Regensburger Hütte (2287 m), Hochstubaihütte (3174 m), Brunnenkogelhütte (2738 m), Gasthof Fiegl (1956 m), Kleblealm (1983 m), Siegerlandhütte (2710 m), Hildesheimer Hütte (2900 m).

Die größten Gletscher im Gebiet sind:
Kraspesferner, Grastalferner, Bachtallenferner, Sulztalferner, Lüsener Ferner, Alpeiner Ferner, Hochmoosferner, Bockkogelferner, Wütenkarferner, Triebenkarlasferner, Pfaffenferner, Kitzkampferner.

Einige Hochgebirgs-Seen:
Kraspessee (2549 m), Grastalsee (2533 m), Winnebachsee (2361 m), Rinnensee (2646 m), Falbesoner See (2575 m), Mutterberger See (2483 m), Triebenkarsee (2691 m), Wannenkarsee (2639 m), Laubkarsee (2830 m), Seekarsee (2658 m) sowie kleinere unbenannte Karseen.

Lebewelt:
Der überwiegende Teil des Ruhegebietes Stubaier Alpen liegt oberhalb der alpinen Waldgrenze. Neben weiten vegetationsfreien Flächen mit Fels, Geröllablagerungen und Gletschern besteht die Pflanzendecke aus alpinen Grasheiden (zum Teil extensiv als Schafweiden genutzt) sowie Pionierpflanzen der Schutt- und Felsvegetation. Darunter liegen Zwergstrauchheiden, Zirbenbestände (Pinus cembra), an steilen Hängen Legföhren (Pinus mugo) und in Rinnen Grünerlengebüsche (Alnus viridis). Nur im Sulztal und oberhalb von Sölden findet man Lärchen-Kiefernwälder. Lärchen-Fichtenwälder der subalpinen Stufe sind nur im Randbereich des Schutzgebietes in den hinausführenden Tälern vorhanden.

Quelle:
Erläuternde Bemerkungen zum Verordnungsentwurf (Abt. Umweltschutz U 112)
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